13.12.2024, 07:30
Deutscher Meister bleibt im SAP Garden unbesiegt
Der FC Bayern München bleibt in der EuroLeague daheim ungeschlagen. Nach dem 98:93-Erfolg gegen Maccabi Tel Aviv war Coach Gordon Herbert aber nur bedingt zufrieden und machte dabei sich selbst für den schwachen Start seines Teams verantwortlich.
Bevor Gordon Herbert mit seiner Pressekonferenz bekam, musste er erst einmal einen ordentlichen Schluck aus der Cola-Flasche nehmen. Nein, leicht war es nicht für die Bayern, die gegen Maccabi Tel Aviv im achten Heimspiel in der EuroLeague den achten Sieg einfuhren. "Ich bin einfach nur froh, dass es vorbei ist", schnaufte der Kanadier ordentlich durch.
30 Punkte gaben die Münchner gegen den Drittletzten der Liga im ersten Viertel ab, Mitte des dritten Abschnitts lagen die Bayern zeitweise mit 15 Punkten hinten. Doch wie so oft in dieser Saison fand der deutsche Meister einen Weg, um auch dieses Heimspiel zu gewinnen. "Ich denke, das macht ein gutes Basketballteam aus, wenn man gewinnt, obwohl man nicht gut spielt."
Passiv sei seine Mannschaft zu Beginn gewesen, ein Umstand, bevor Herbert selbst geradestand. "Es ist meine Schuld, dass wir so zu Beginn aufgetreten sind", gab der 65-Jährige zu. Die Bayern switchten zu Beginn alles, Maccabi fand jedoch immer wieder Wege, um den Ball unter den Korb zu bringen und so Mismatches zu bestrafen. Gleichzeitig fehlte in den ersten Minuten der Zug in den Aktionen, was die Isrealis im Fastbreak gnadenlos bestraften.
"Ich dachte, dass es funktionieren würde, aber das war keine gute Strategie", räumte Herbert ein. Das tat er nicht nur gegenüber den Medien, sondern auch vor der Mannschaft in der Pause wie Point Guard Shabazz Napier verriet. "Er ist sehr ehrlich und das ist auch der Grund, warum wir alles für ihn geben und seiner Marschrichtung folgen", meinte der Spielmacher, der sich zum dritten Mal in seiner Karriere im Training die Nase gebrochen hatte und deswegen mit einer Maske auflief.
Napier war zusammen mit dem erneut guten Kevin Yebo einer der X-Faktoren, die Herbert nach dem Spiel ausmachte. "Shabazz und Kevin sind im dritten Viertel reingekommen und haben uns mit ihrer Energie neuen Schwung gebracht", so Herbert, der diesmal elf Spieler einsetzte. Darunter war auch Center Danko Brankovic, der in seinen wenigen Minuten dabei half, dass Maccabis Dominanz am Brett ein wenig gebrochen werden konnte.
Letztlich war es dann aber wieder die Offense, die Bayern das Spiel gewann. Carsen Edwards hatte ein für seine Verhältnisse leises Spiel, stand am Ende war wieder bei 25 Punkten, auch dank einiger Big Plays in der Crunchtime. Andi Obst verwandelte sieben Dreier, Napier hatte ebenfalls gute Momente.
Mit einem Offensiv-Rating von 122,3 führen die Bayern die EuroLeague nun wieder an, defensiv sind dagegen nur Maccabi und Alba Berlin schlechter. "Du möchtest natürlich, dass deine Verteidigung stabil ist", merkte Herbert an. "Da soll Konstanz da sein und die Offensive ist dann meist eine Achterbahnfahrt. Bei uns ist aber genau das Gegenteil der Fall. Das Gute daran ist, dass wir da noch deutlich besser werden können."
Solange die Bayern zumindest ihre Heimspiele gewinnt, dann rückt das Ziel Playoffs näher, auch wenn die EuroLeague weiterhin in der Spitze sehr eng beisammen liegt (zwischen Rang eins und neun liegen nur drei Siege …). Dies bleibt das Ziel, das betonte auch noch einmal Präsident Herbert Hainer am Mikrofon von MagentaSport. "Wir wollen in die Playoffs und Stück für Stück in die europäische Spitze."
Trotz des Sieges war diese Partie kein Bewerbungsschreiben dafür, doch nach gut zwei Stunden Spielzeit hieß der Sieger einmal mehr Bayern München. Eben das, was eine gute Mannschaft ausmacht.
Robert Arndt